Der Novemberblues hat mich voll erwischt. Trübe Tage reihen sich aneinander. Morgens Dunkel, abends Dunkel und dazwischen meine unausgeglichene Seele, deren Hülle nach zwei Wochen komplett unter der ärztlichen Diagnose eines grippalen Infektes einknickt…
Naja, ganz so dramatisch ist es nicht, denn so einfach lasse ich mich natürlich nun auch nicht unterkriegen. Ich will wieder auf die Beine kommen. Gesundheitlich und Seelisch.
Ein altbewährtes Seelenheilmittel ist für mich persönlich ein schöner heißer Brei. Haferbrei, Grießbrei, Reisbrei… Hauptsache schööööön matschig.
Der Ursprung dieser Hingabe für alles schleimig warme (oh ja!) geht auf meine Kindheit zurück: schon damals liebten meine beiden Schwestern und ich das warme, süße Gemisch aus Milch, Kakao und Haferflocken, welches unsere Mama perfektioniert hat. Für mich ist das Haferbreiessen, frisch geduscht im Bademantel nach einem wilden Spiel- und Spaß-Tag draußen, der Inbegriff für Glückseligkeit und heimelige Wohlfühlatmosphäre. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum Breigenuss mich immer noch so froh macht, warum ich mir morgens standardmäßig Porridge koche, Haferflocken über Nacht im Kühlschrank einweiche und sie zur Arbeit oder auf eine längere Zugfahrt mitnehme…Brei ist mein ständiger Begleiter.
Aber Brei an sich hat in unserer Gesellschaft an Stellenwert verloren. Oder besser gesagt ihm wird kein hoher Stellenwert beigemessen, da der „Haferschleim“ mit dem Image als „Babynahrung“ oder „Arme-Leute-Essen“ von vornherein kaum Chancen auf einen angemessenen Stellenwert hat. Der Brei hat aus meines Sicht ein klares Imageproblem. Aber warum ist das so? Und warum sollte sich das ganz dringend ändern?
Früchtebreis genießt man in der hippen Variante der „Smoothies“. Bio-Fertigsuppen und personalisierte Müslimixturen erobern den Markt von gesundheitsbewussten Trendsettern. Aber wo bleibt der Brei? Klar, Bircher Müsli, Milchreis und Co gibt es schon lange. Aber gesund ist das, was man in der Supermarktkühltheke bekommt, ja wohl nicht.
Haferbrei erlebt als „Porridge“ gerade ganz langsam sein Comeback, z.B. im Haferkater in Berlin http://haferkater.de. Tolle Breirezepte gibt es auch bei http://overnight-oats.de. Die zwei Breifans aus Hamburg-Ottensen haben sämtliche Haferbreikreationen aufgepeppt und liefern rund ums Jahr super Frühstückskreationen.
Wirklich inspiriert hat mich eine kleine Breibar in Kopenhagen, wo das Konzept des Breis neu definiert wird http://groed.com. Im GRØD gibt’s indischen Linsenbrei, Hirsebrei, auch herzhafte Haferbreivarianten, Grießbreikreationen, Brei aus Quinoa, Granola oder Mais.
Was mich sonst noch so inspiriert, welche Breirezepte ihr unbedingt ausprobieren solltet und wie es mir gelingt Brei zu personalisieren, erfahrt ihr selbstverständlich hier, bei bauchgefühl.
Kuschelt euch schön ein und esst mehr Brei. Dann kann auch auch der Novermberblues nichts anhaben 🙂
Eure Iris